Was ist Sexualtherapie?

Sexualtherapie ist eine spezialisierte Form der Psychotherapie, die sich mit sexuellen Funktionsstörungen, Hemmungen, Traumatisierungen und Beziehungsproblemen befasst. Sie verbindet psychologische, medizinische und verhaltenstherapeutische Ansätze.

Im I.S.T. Kärnten arbeiten wir nach dem integrierten Ansatz von Masters & Johnson, ergänzt durch moderne verhaltenstherapeutische und systemische Methoden. Jede Therapie wird individuell auf die Bedürfnisse der Klientin bzw. des Klienten abgestimmt – ob Einzelperson oder Paar.

Häufige Anliegen & Störungsbilder

Verminderte oder fehlende sexuelle Lust ist eines der häufigsten Anliegen in der Sexualtherapie. Ursachen können hormonell, psychisch oder beziehungsdynamisch sein. In der Therapie arbeiten wir an der Aufdeckung der Ursachen und der Wiederentdeckung von Begehren und Intimität.

Hemmungen können aus Erziehung, Schamgefühlen oder negativen Erfahrungen entstehen. Sie verhindern ein freies, genussvolles Erleben der eigenen Sexualität. Die Therapie schafft einen sicheren Rahmen, um diese Blockaden behutsam aufzulösen.

Sexuelle Aversion bezeichnet eine starke Abneigung oder gar Ekel gegenüber sexuellen Aktivitäten. Oft liegt eine traumatische Vorgeschichte oder tiefgreifende Konditionierung zugrunde, die therapeutisch aufgearbeitet werden kann.

Die Unfähigkeit, einen Orgasmus zu erleben, betrifft Frauen wie Männer. Anorgasmie kann primär (nie erlebt) oder sekundär (nicht mehr erlebbar) sein. Mit gezielten Übungen und therapeutischer Begleitung lässt sich dies in den meisten Fällen verändern.

Erektile Dysfunktion hat häufig sowohl körperliche als auch psychische Anteile. Neben der medizinischen Abklärung (z.B. durch Dr. Sternig in unserem Netzwerk) arbeiten wir psychologisch an Versagensängsten, Leistungsdruck und Partnerschaftsthemen.

Vorzeitiger Samenerguss ist eine der häufigsten sexuellen Störungen beim Mann. Verhaltenstherapeutische Techniken (z.B. Start-Stopp-Methode) und die Arbeit an psychologischen Auslösern zeigen sehr gute Erfolge.

Vaginismus (unwillkürliche Verkrampfung der Scheidenmuskulatur) und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) sind behandelbar. Wir arbeiten in enger Kooperation mit gynäkologischen Fachärztinnen.

Oft liegen sexuelle Probleme nicht an der Sexualität selbst, sondern an mangelnder Kommunikation und emotionaler Distanz in der Beziehung. Wir arbeiten mit Paaren an Gesprächs- und Intimkompetenz.

Negative Gefühle nach dem Sex – wie Traurigkeit, Angst oder Irritabilität – sind häufiger als oft angenommen. Diese postkoitale Dysphorie kann therapeutisch gut bearbeitet werden.

Mögliche Ursachen

1
Frühkindliche Störungen

Erfahrungen in der frühen Kindheit prägen das sexuelle Erleben nachhaltig. Tabuisierte oder traumatische Kindheitserlebnisse können langfristige Auswirkungen haben.

2
Verletzende Erfahrungen

Missbrauch, Übergriffe oder emotionale Verletzungen hinterlassen tiefe Spuren, die therapeutisch aufgearbeitet werden können und müssen.

3
Beziehungsprobleme

Konflikte, mangelnde Intimität oder unterschiedliche Bedürfnisse in einer Partnerschaft wirken sich direkt auf das Sexualleben aus.

4
Konkurrierende Normen

Religiöse, kulturelle oder gesellschaftliche Wertvorstellungen können im Widerspruch zur gelebten Sexualität stehen und innere Konflikte erzeugen.

5
Körperliche Probleme

Hormonelle Störungen, Erkrankungen, Medikamente oder körperliche Veränderungen (z.B. nach Geburt oder Operation) können die Sexualität beeinflussen.

Therapieverlauf

Wir arbeiten nach dem bewährten Ansatz von Masters & Johnson, der Sexualtherapie als integrierten Prozess versteht: Gespräche, verhaltenstherapeutische Übungen und die Einbeziehung des Paarsystems ergänzen einander.

Das Erstgespräch dient der Anamnese und dem gegenseitigen Kennenlernen. Anschließend wird gemeinsam ein individueller Therapieplan entwickelt. Die Therapiedauer variiert je nach Anliegen – manche Themen lassen sich in wenigen Sitzungen klären, andere benötigen einen längeren Prozess.

Selbstverständlich können auch Paare gemeinsam kommen – sexuelle Themen in der Partnerschaft lassen sich oft besser zu zweit bearbeiten.

Kosten & Kasseninfo

Leistung Preis
Erstgespräch 110 €
Therapiestunde (55 Min.) 110 €
Paare (pro Einheit) 110 €
Absage (mind. 24 h vorher) kostenlos
Gruppen & Supervision nach Vereinbarung

Kosten & Kostenzuschuss

Psychologische bzw. psychotherapeutische Behandlungen werden in Österreich von den Krankenkassen teilweise finanziell unterstützt, sofern eine krankheitswertige psychische Belastung vorliegt.

Wer erhält einen Zuschuss?

Ein Kostenzuschuss ist möglich für alle Patient:innen mit gesetzlicher Krankenversicherung, wenn:

  • eine psychische Erkrankung vorliegt
  • eine ärztliche Bestätigung (z. B. vom Hausarzt) ausgestellt wird
  • die Behandlung durch eine entsprechend qualifizierte Therapeut:in erfolgt
Höhe des Kostenzuschusses

Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach Ihrer Versicherung und gilt pro Einheit (ca. 50–60 Minuten):

Versicherung Zuschuss pro Einheit
Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) € 33,70
Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) ca. € 50,00
BVAEB € 50,20
Weitere Kassen (z. B. KFA) ca. € 38,00
Ablauf der Kostenerstattung
  1. Sie erhalten eine Honorarnote nach der Sitzung
  2. Diese reichen Sie bei Ihrer Krankenkasse ein
  3. Der Zuschuss wird Ihnen direkt rückerstattet

Ab der 11. Einheit ist in der Regel eine Bewilligung durch die Krankenkasse erforderlich.

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